Über mich

Ich bin 1979 in München geboren und habe meine ersten Lebensjahre in Haidhausen verbracht, dann einige Jahre im Landkreis Ebersberg. Mit 16 ging ich wieder zurück nach München, auf Gymnasium und Internat Max-Josef-Stift, wo ich 1999 Abitur machte.

Dank des Numerus Clausus ging es dann für 3 Jahre nach Halle an der Saale, wo ich mein Medizinstudium begann. Diese Zeit war nicht immer einfach, hat mir aber nach meiner priviligierten Münchener-Akademikerkind-Bubble sehr die Augen geöffnet für die Schwierigkeiten, die in anderen Gegenden Deutschlands an der Tagsordnung sind. Arbeitslosigkeit und Rechtsextremismus waren dort weit verbreitet. An der Uni große Unzufriedenheit über die Ergebnisse der „Säuberungen“ nach der DDR-Zeit – teils sehr junge, fast ausschließlich westdeutsche Lehrstuhlinhaber waren plötzlich Chef (ja, Chef, ich habe keine Chefin kennengelernt), den „altgedienten“ wurde mit großem Misstrauen begegnet.

Im Wintersemester 2002 setzte ich mein Medizinstudium an der TU München fort und lief an einem langweiligen Tag im November 2002 dort zum ersten Mal in die Fachschaft. Dieser Tag hat mein Leben verändert. Ich wurde zuerst zum aktiven Fachschaftsmitglied in München, habe dann den deutschlandweiten Zusammenschluss der Fachschaften Medizin (damals Fachtagung Medizin e.V.) kennengelernt, in deren Vorstand ich ein Jahr als Sekretariat mitarbeiten durfte. Damals wurde auch die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. als Nachfolgeorganisation der Fachtagung Medizin und des Deutschen Famulantenaustauschs gegründet, zu deren Präsidentin ich gewählt wurde. Ich durfte die Medizinstudierenden in Deutschland international bei der International Federation of Medical Students‘ Association (IFMSA) vertreten und auf lokaler und nationaler Ebene bei dem preisgekrönten HIV-Präventionsprojekt „Mit Sicherheit verliebt“ mitarbeiten.
Bei der IFMSA durfte ich während des August Meeting 2005 in Hurghada, Ägypten, am 60. Jahrestag des Atombombenabwurfs über Hiroshima an einer Schweigeminute im Plenum teilnehmen. In diesem Raum standen in diesem Moment etwa 600 Medizinstudierende aus ca. 100 Ländern in Frieden und Freundschaft zusammen. Damals hatte ich Tränen in den Augen und auch heute noch spüre ich dieses Gemeinschaftsgefühl.

Nach dem Staatsexamen folgte eine politisch etwas „abgetauchte“ Zeit. Als Assistenzärztin war ich völlig ausreichend mit dieser neuen aufregenden Verantwortung beschäftigt, da war keine Zeit mehr für mehr.
Ich lernte meinen Mann kennen, wir haben geheiratet und zwei Kinder bekommen, zwischendurch habe ich auch noch meine Promotion fertig geschrieben… zu wenig zu tun hatte ich in dieser Zeit nicht. Das gilt zwar grundsätzlich immer noch, aber:

Während des Landtagswahlkampfes 2018 fand ich es so erschreckend, wie eine Partei es geschafft hat, das Thema zu bestimmen und ein Problem zu erfinden, mit dem sich plötzlich alle anderen Parteien beschäftigt haben. Von den großen Parteien haben nur die Grünen das „Oh Gott die Flüchtlinge, wie schaffen wir das nur??“-Spielchen nicht mitgespielt. Das war für mich der Auslöser, Parteimitglied zu werden. Eine offene Gesellschaft, ein starkes Miteinander, eine Verantwortung der Starken für die Schwachen, im Persönlichen wie im Politischen sind für mich so wichtige Ziele, dass es mir nicht mehr gereicht hat, nur in der Wahlkabine ein Kreuzchen zu setzen.